Projekt

Den atypischen Chemokinrezeptoren, die Chemokine eliminieren aber dabei im Gegensatz zu den klassischen (typischen) Chemokinrezeptoren keine Zellwanderung auslösen, wird inzwischen eine Schlüsselfunktion in der Regulation des Chemokinsystems zugeschrieben. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Funktion von drei atypischen Rezeptoren ACKR1, ACKR3 und ACKR4 sollen mit diesem Projekt erarbeitet werden.

Die Gruppe der atypischen Chemokinrezeptoren (ACKR1-4) wurde kürzlich auf der Basis definiert, dass die Rezeptoren zwar strukturell verwandt sind aber nicht dem klassischen Schema der G-Protein gekoppelten Rezeptoren folgen und mittels G-Proteinen Zellmigration stimulieren. Dennoch können diese ACKRs durch ihre Eigenschaft als effiziente Eliminatoren von Chemokinen zur Bildung von Gradienten beitragen. Francis Crick folgerte bereits in den 70ger Jahren, dass einer Quelle unbedingt ein Ablauf gegenüber gestellt sein muss, um biologisch wirksame Gradienten zu bilden. Derartige Chemokingradienten sind unabdingbar für die angeborene und eine adaptive Immunantwort im Menschen.

Ziel des Projektes ist derartige Gradienten in lymphatischem Gewebe nachzuweisen und dabei die Funktion der ACKR herauszuarbeiten. Das Konsortium erwartet mit den Ergebnissen neue Erkenntnisse über Regelung der Immunantwort in Säuger zu erhalten, die sowohl für die Bekämpfung von Pathogenen als auch bei der Autoimmunität von Bedeutung sein können.

Das Projekt befasst sich mit Grundlagenforschung. Um die Komplexität des menschlichen Immunsystems zu verstehen, ist es notwendig mit geeigneten Modellen die Funktion einzelner Rezeptoren heraus zu arbeiten, um eine bessres Gesamtbild zu erhalten.